Podcast für digitale Balance
#28 D-DAYS · Silent Walk, kreisende Gedanken loslassen, das Wesentliche wieder sehen. Ein schweigender Gang durch die Natur, der deinen gehetzten Blick vom Suchen zurück ins Wahrnehmen bringt.
Wir rauschen am Wesentlichen vorbei, weil unser Blick den ganzen Tag im Suchmodus läuft. Dieser Artikel zeigt, warum das so ist, wie du die Fakten über deine eigene Aufmerksamkeit erkennst und wie ein Silent Walk mit einer einfachen Drei-Schritte-Übung deine kreisenden Gedanken zur Ruhe bringt.
Wenn du das nicht nur lesen, sondern erleben willst, dann hör dir hier den Podcast an, in dem ich dich Schritt für Schritt auf deinen Silent Walk mitnehme.
Eigentlich willst du weniger scrollen. Aber irgendwie passiert es trotzdem wieder: jeden Abend, jeden Morgen und zwischendurch. Ein Verbot oder ein Bildschirmzeit-Limit bringt dich nicht wirklich weiter, sondern erst das Verstehen, warum du überhaupt zum Handy greifst. Hier beginnt der Weg raus aus der Handyfalle.
Dienstags verstehen, donnerstags rausgehen. D-Days for Detox, dein Podcast für digitale Balance.
Draußen unterwegs, Schritte auf dem Boden, Stille als Soundtrack, so klingt unser gemeinsamer Donnerstag. Hör rein. ↓
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Was findest du, wenn du ganz im Hier und Jetzt bist? Die Zusammenhänge zum Nachlesen und Vertiefen. ↓
Die faszinierendste Reise meines Lebens begann mit einem winzigen, unscheinbaren Moment. Ich stand in der Gnadenkapelle in Altötting, in einem dunklen Raum, und suchte. Angestrengt suchte ich nach einem klitzekleinen Hoffnungsschimmer. Es war das Jahr 2017, gesundheitlich ging es mir sehr schlecht und ich war so am Ende, dass ich tatsächlich verzweifelt in einer Kirche nach einem Ausweg suchte.
Mein Blick sprang von einer glänzenden Sache zur nächsten, von Kreuzen zu Kerzen, zu Bildern und Amuletten, die an den Wänden hingen. Ich suchte und suchte und übersah dabei das Deutlichste im ganzen Raum. Ein kräftiger Lichtstrahl fiel aus einem Dachfenster direkt in den Altarraum und war die einzige natürliche Lichtquelle in diesem dunklen Ort. Erst als eine Pilgerin mit ihrem roten Oberteil in den Lichtstrahl hineingeriet und die Reflexion den gesamten Raum rot aufleuchten ließ, bemerkte ich ihn überhaupt.
Dieser Lichtstrahl zog meine volle Aufmerksamkeit auf sich. Und dann sah ich es. Mitten im Lichtstrahl funkelte ein winziges Staubkorn, das hell wie ein Stern leuchtete. Es zog meinen Blick magisch an, ich konnte die Augen nicht davon lösen. In diesem Moment überkam mich eine tiefe Ruhe und ich tauchte mit allen Sinnen hinein.
Ich hatte nicht gefunden, wonach ich gesucht hatte. Ich war von etwas gefunden worden, das die ganze Zeit da gewesen war. Ein klassischer Fall von „den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen”. Wer die ganze Geschichte und noch mehr erfahren möchte, findet sie in meinem Buch G.DANKE.
Bleiben wir einen Moment bei diesem Bild stehen. „Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen” bedeutet, so sehr mit den vielen Einzelheiten beschäftigt zu sein, dass einem das Große und Ganze entgeht. Das Wesentliche ist da, direkt vor uns, aber wir rauschen daran vorbei.
Genau das ist mir an diesem Tag in der Kapelle passiert. Bemerkenswert ist, dass es ein Ort ist, der ganz dem Wesentlichen gewidmet ist. Trotzdem war ich so mit Suchen und Absuchen beschäftigt, dass ich das Licht in der Mitte des Raumes übersah. Und genau das ist zutiefst menschlich. Wir alle sind oft so ins Tun vertieft, so sehr damit beschäftigt, Dinge abzuarbeiten und zu scannen, dass das Eigentliche darüber hinaus unbemerkt bleibt.
Und genau dieses Muster begegnet uns heute in einer ganz anderen Form.
Wir scrollen am echten Leben vorbei.
Wir sind zwar anwesend, aber unsere Aufmerksamkeit klebt am Display. So rauschen der Sonnenuntergang, das Gesicht des Gegenübers und der eigene Atem an uns vorbei. Das sind zwei verschiedene Situationen, aber ein Muster, das sich immer wiederholt. Wir stehen mitten im Wesentlichen und sehen es nicht.
Wie kommt man da wieder heraus? Der erste Schritt ist erstaunlich einfach. Man muss hinschauen. Wirklich hinschauen auf das, was tatsächlich ist.
Der Philosoph Bertrand Russell hat das in einem BBC-Interview von 1959 auf den Punkt gebracht. Auf die Frage, welchen Ratschlag er den kommenden Generationen mitgeben würde, sagte er:
„Wenn Sie etwas studieren oder versuchen, eine Philosophie zu bewerten, fragen Sie sich einfach nur, um welche Fakten es geht und welche Wahrheit von diesen Fakten gestützt wird. Lassen Sie sich niemals von dem beeinflussen, was Sie glauben möchten, oder von etwas, von dem Sie annehmen, dass es nützliche soziale Auswirkungen hätte, wenn es geglaubt würde. Betrachten Sie lediglich die Fakten.“
Dieser Gedanke hat mich sofort angesprochen, als ich ihm in Rutger Bregmans Buch „Im Grunde gut” begegnet bin, weil er im Kern meiner eigenen Methode steckt: dem Sehen, was IST.
Vielleicht denkst du jetzt, dass es an dieser Stelle um Glauben und Religion geht. Mir geht es jedoch um etwas anderes: einen neuen Blick auf etwas sehr Altes. Meine eigene Erfahrung von etwas Größerem stützt sich nicht auf Dogmen, sondern auf ganz natürliche Synchronizitäten – auf diese erstaunlichen Verbindungen, die immer wieder in meinem Leben geschehen – sowie auf das Mysterium, das darin liegt und auf die Verbundenheit von allem hindeutet. Es ist ein Sehen dessen, was ist. Es geht nicht darum, etwas zu glauben, sondern zu schauen, was tatsächlich vorhanden ist.
Und genau diese Haltung möchte ich dir für deinen Alltag mitgeben. Denn wenn wir die Fakten betrachten, können wir etwas Neues erkennen und Veränderung anstoßen.
Schauen wir uns also die Fakten ganz nüchtern und ohne Wertung an.
Wie arbeitet dein Blick den ganzen Tag? Beobachte dich einmal selbst. Im Supermarkt scannst du die Regale. Im Büro springt dein Blick über Formulare und Tabellen. In der Stadt erfasst du Schilder, Ampeln, Gesichter und Auslagen. Und am Smartphone ist dieser Blick am schärfsten. Jedes Bild wird innerhalb von Sekundenbruchteilen einsortiert: interessant oder langweilig, weiter, weiter, weiter.
Fakt ist: Fast den ganzen Tag ist deine Aufmerksamkeit gerichtet, angestrengt, im Suchmodus. Sie zielt, bewertet und springt weiter. Und dieser Modus kostet Kraft. Fachleute sprechen von gerichteter Aufmerksamkeit, die sich erschöpft. Das Gegenstück, die weiche, mühelose Aufmerksamkeit, in der sich der Kopf erholt, kommt im Alltag kaum noch vor. Warum das so ist und was die Wissenschaft dazu sagt, habe ich im Blogbeitrag zur letzten Folge über den Naturentzug ausführlich beschrieben.
Wenn dieser Dauer-Suchmodus keine Pausen bekommt, passiert noch etwas anderes. Die Gedanken beginnen zu kreisen. Die immer gleichen Sorgen, die To-do-Listen, die auch abends weiterlaufen. In der Psychologie heißt dieses Wiederkäuen belastender Gedanken Rumination, und es gilt als Risikofaktor für die seelische Gesundheit.
Und hier kommt eine ermutigende Tatsache hinzu. In einer Studie von Gregory Bratman und Kolleg:innen aus dem Jahr 2015, die in PNAS veröffentlicht wurde, gingen Menschen 90 Minuten spazieren: die einen in der Natur, die anderen an einer belebten Straße. Nach dem Spaziergang in der Natur berichteten die Teilnehmenden von weniger Grübeln und in einer Hirnregion, die mit kreisenden negativen Gedanken zusammenhängt, war die Aktivität geringer. Nach dem Stadtspaziergang zeigte sich das nicht. Es handelt sich um eine kleinere Studie und sie erklärt nicht alles. Aber sie deutet in genau die Richtung, die viele beim Gehen längst spüren. Draußen in der Natur beruhigt sich der Kopf.
Das ist der Fakt, den ich dir zeigen möchte. Dein Blick ist überarbeitet und dein Kopf findet keine Ruhe. Sobald du das erkennst, kannst du es ändern. Eine Möglichkeit zur Veränderung ist der Silent Walk.
Bei einem Silent Walk spazierst du bewusst und schweigend in der Natur, ohne Handy und Podcasts, ohne ein bestimmtes Ziel. Es geht nicht um Sport, Erledigungen oder Fotografieren. Einzig du, dein Weg und deine Wahrnehmung zählen. Dabei übst du zwei einfache innere Haltungen, die ineinandergreifen.
Die erste ist: Schauen, nicht suchen. Du drehst den gerichteten Blick um. Du lässt ihn weit werden, fixierst nichts und suchst nichts. Du gehst einfach und bemerkst, was dich von selbst anspricht und sanft in seinen Bann zieht. Das Flackern des Laubs im Wind, das Ziehen der Wolken, das Glitzern auf dem Wasser oder ein Vogel, der vorbeihuscht. Manchmal ist es nur ein Staubkorn in einem Lichtstrahl. Du suchst es nicht. Du lässt dich davon finden. Das ist die weiche Aufmerksamkeit, in der dein Kopf endlich Ruhe findet.
Die zweite Haltung ist das ruhige Verweilen, deine Wertungspause. Hier musst du nichts leisten, nichts festhalten und keine Erwartungen erfüllen. Die Natur will nichts von dir. Du darfst dich ihr einfach anvertrauen und dich von ihr tragen lassen, denn sie ist dein ursprünglicher Lebensraum.
Damit dir das im Alltag gelingt, gebe ich dir eine ganz konkrete Übung mit auf den Weg. Denn während du gehst, werden alte Reflexe hochkommen. Du wirst das Bedürfnis haben, etwas zu benennen, festzuhalten oder zu fotografieren. Vielleicht meldet sich auch deine To-do-Liste. Das ist völlig normal. Wenn das Gedankenkarussell auftaucht oder du zum Handy greifst, dann lass es in drei einfachen Schritten ziehen:
Kein Kampf, sondern ein sanftes Sein-Lassen. Und das wiederholst du so oft, wie es gebraucht wird. Gedanken werden kommen und du darfst sie kommen lassen. Du bemerkst sie, lässt sie los und kehrst zum Schauen zurück. Genau darin, in diesem Loslassen, liegt der eigentliche digitale Detox.
Alles, was du dafür brauchst, sind deine Füße und ein Stück Grün. Nimm dir zwanzig bis dreißig Minuten Zeit und suche dir einen Ort in der Natur, zum Beispiel einen Park, einen Feldweg oder einen Wald. Leg das Handy stumm in die Tasche oder lass es am besten gleich zu Hause. Dann geh los, aber langsamer, entspannter als sonst. Es gibt nichts zu erreichen, also darf auch dein Tempo das wissen.
Für Stadtmenschen gilt das im Kleinen genauso. Suche dir eine Baumallee, einen begrünten Innenhof oder ein Stück Himmel über den Dächern. Notfalls reicht auch der Balkon mit ein paar Pflanzen und offenem Fenster, das Vogelstimmen hereinlässt. Es geht nicht um Wildnis, sondern um echte Sinneseindrücke statt eines Displays.
Erinnerst du dich an das Staubkorn aus meiner Geschichte? Genau das erwartet dich bei deinem Silent Walk. Nicht das große Spektakel, sondern die kleinen Dinge, die dich ergreifen, wenn du aufhörst, etwas Bestimmtes zu suchen. Ein Tautropfen, ein Lichtspiel oder das Muster einer Rinde.
Es ist ein bisschen so, als wärst du die einzige Person an der Bushaltestelle, die den Himmel anschaut, während alle anderen auf ihre Handys schauen. Du siehst wieder den Wald und nicht nur die einzelnen Bäume. Und das ist kein Verzicht, sondern der Gewinn eines Moments, der dir allein gehört.
Also frag dich für deinen Silent Walk heute: Was wird von allein deinen Blick halten? Was wird wohl deine Aufmerksamkeit ganz sanft ergreifen, ohne dass du es selber angestrengt festhalten musst?
Wenn du den Autopiloten dauerhaft ausschalten und selbst entscheiden willst, wann das Handy in deine Hand gehört, dann ist mein Praxisbuch „Bewusst Offline!“ genau dafür da. In sieben Tagen führt es dich, in deinem eigenen Tempo, zurück zu mehr echtem Leben.
Vielleicht magst du aber bei meinem kostenlosen Open Door einsteigen, wo wir gemeinsam den ersten Schritt aus dem digitalen Sog machen. Den nächsten Termin findest du hier.
Jetzt bist du dran. Geh los und schreibe mir gern bei Instagram: Was hat auf deinem Silent Walk von allein deinen Blick gehalten?
Ich freue mich, dich auf deinem Weg zu begleiten.
Deine Alwina
Willst du wieder mehr Zeit draußen als vor dem Handy verbringen? Dann komm zur Open-Door-Session und lerne mein Workbook „Bewusst offline!” kennen.
Gemeinsam machen wir dort den ersten Schritt aus der Dauererreichbarkeit, dem endlosen Scrollen und der Reizflut, die dich täglich belasten. In diesem kostenlosen Zoom-Raum starten wir entspannt und ohne Druck in Tag 1 deines Detox.
Du erlebst, wie Selbstreflexion zu deinem stärksten Hebel wird und machst den ersten Schritt aus dem digitalen Sog heraus.
Natürlich nicht allein, sondern mit mir und einer Gruppe von Menschen, die dasselbe suchen wie du. Echte Freiheit von den Zwängen, die uns Algorithmen auferlegen, und in der Folge auch echte Verbindung im echten Leben.
Mach aus dem digitalen Sog deine Erfolgsgeschichte. Es geht nicht um Verzicht, sondern um die Rückgewinnung von Freiheit, echter Verbindung und echtem Wachstum.
Dein nächster Schritt
Wenn „so weitermachen wie bisher“ für dich keine Option ist, dann schaue dir deine Handynutzung genau an.
Die entscheidenden Stellschrauben liefert dir das Workbook „Bewusst Offline: 7 Tage Social Media Detox”. Es führt dich durch einen Prozess von sieben Tagen. Nicht mit Verboten und Zeitlimits, sondern mit Tests, Beobachtungen und Fragen, die dich zu deinen eigenen Antworten bringen.
Du legst frei, was hinter deinen Handygewohnheiten steckt. Nicht als Theorie, sondern in dem Moment, in dem du zum Handy greifst.
So gestaltest du Schritt für Schritt deine selbstbestimmte Handynutzung und entscheidest in Zukunft selbst, wann das Smartphone in deine Hand gehört, damit du mehr vom echten Leben hast.
Du bestimmst das Tempo. Die sieben Tage sind deine Begleiter.
Life Coach für digitale Balance und persönliche Entwicklung
Alwina Simon ist Life Coach für digitale Balance und persönliche Entwicklung. Mit D-Days for Detox begleitet sie Menschen auf dem Weg raus aus dem Algorithmus-Loop, rein in die Präsenz, zurück ins echte Leben. Jeden Dienstag und Donnerstag als Podcast auf wowsessions.de.
Website: wowsessions.de Kontakt: office@wowsessions.de
Der 7-Tage Social Media Detox und die Inhalte der WOW Sessions ersetzen keine Therapie oder psychologische Beratung. Manche Themen oder persönliche Entwicklungsprozesse können tiefe Emotionen berühren. Bei starken emotionalen Belastungen, Suchtverhalten oder psychischen Erkrankungen suche bitte professionelle Hilfe auf. Die Inhalte hier sind ein Einstieg in Selbstreflexion und persönliches Wachstum, aber kein medizinisches oder therapeutisches Programm.
Wie oft scrollst du weiter, obwohl du längst aufhören wolltest?
Werde unabhängig vom ständigen Griff zum Smartphone. Verstehe den digitalen Sog, der dich immer wieder zum Handy zieht. Und entscheide selbst bewusst, wann du es in die Hand nimmst und wann nicht.
🏄 Bereit, sofort selbst zu starten?
Sichere dir dein Workbook: Starte deinen 7-Tage Social Media Detox mit „Bewusst Offline!“ und werde autonom vom digitalen Sog. Damit das Handy dich nicht deine Zeit und deinen Bezug zum echten Leben kostet.
🌊 Bereit, gemeinsam zu starten?
Komm zum Open Door: Erlebe beim kostenlosen Live-Abend, wie Tag 1 des Workbooks deine Selbstreflexion zum stärksten Hebel deiner Veränderung macht. Den ersten Schritt aus dem Scrollen gehen wir gemeinsam.
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