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Life Coaching · Persönlichkeitsentwicklung

Sehen, was IST · Die Methode in 4 Schritten

Sehen, was IST: So beobachtest du, ohne zu bewerten

„Auf einer Skala von 👍 bis 👎: wie neutral kannst du sein?“

Bei der neutralen Beobachtung schaut man auf das, was sich zeigt. Es gibt keine Bewertung, kein Urteil, keine Schlussfolgerungen, Annahmen oder Überlegungen. Du beobachtest einfach, was sichtbar ist. Diese Art der Beobachtung ermöglicht es dir, dich kritisch mit einem Thema auseinanderzusetzen, um neue Einsichten für die persönliche Entwicklung zu gewinnen. Finde in diesem Beitrag heraus

1. wie neutral du etwas wahrnimmst,
2. wie du die Sehen-was-IST-Methode in vier Schritten anwendest und
3. warum deine Antworten bereits alle da sind!

Freue dich auf etwas Überraschendes, das dich begeistern wird.

Gemalte Illustration: Ein Mann hockt in einer weiten Landschaft und zeigt mit ausgestrecktem Arm auf einen leuchtenden Vollmond am Sternenhimmel, sein Hund sitzt daneben und schaut ihn an statt den Mond, Sinnbild für beobachten, ohne zu bewerten.
Der Finger zeigt die Richtung, den Mond siehst du selbst. · KI-Illustration, erstellt mit DALL·E

Teil 1 · Sehen lernen

Sehen, was IST

Sehen, was IST heißt: beobachten, ohne zu bewerten. Bei der neutralen Beobachtung schaut man auf das, was sich zeigt. Es gibt keine Bewertung, kein Urteil, keine Schlussfolgerungen, Annahmen oder Überlegungen. Du beobachtest einfach, was sichtbar ist.

Eine Frage an dich

Worin siehst du den „Himmel auf Erden?“

Wie lautet deine Antwort? Notiere sie gerne einmal.

Was andere antworteten

Den Himmel auf Erden sehe ich in...

„Für mich ist der ‚Himmel auf Erden‘, wenn ich in den Bergen wandere und die atemberaubende Aussicht genieße. Die Ruhe und Schönheit der Natur geben mir ein Gefühl von Frieden und Glück.“

„Ich sehe den ‚Himmel auf Erden‘ in den Momenten, in denen ich mit meiner Familie und Freunden zusammen bin. Die Liebe und Unterstützung, die wir füreinander haben, machen das Leben lebenswert.“

„Wenn ich in meinem Job kreativ sein kann und meine Ideen verwirklichen darf, fühle ich mich im ‚Himmel auf Erden‘. Es ist ein tolles Gefühl, wenn die Arbeit Freude bereitet und einen Sinn hat.“

„Manchmal finde ich den ‚Himmel auf Erden‘ in den kleinen Dingen des Lebens, wie einem guten Buch oder einer Tasse Kaffee am Morgen. Diese einfachen Freuden bringen mir viel Glück.“

„Ich glaube, der ‚Himmel auf Erden‘ ist möglich, wenn Menschen in Frieden miteinander leben und Konflikte gelöst werden. Eine Welt ohne Krieg und Hass wäre für mich der Inbegriff des Himmels auf Erden.“

Was sich zeigt ist, dass der ‚Himmel auf Erden‘ für jeden etwas anderes ist, je nach persönlichen Erfahrungen und Werten.

Ich sehe den Himmel auf Erden ...

„In einer Pfütze!“

Ich sehe den ‚Himmel auf Erden‘ in einer Pfütze. Es ist nicht nur eine direkte Wahrnehmung von allem, was IST, sondern bedeutet auch im übertragenen Sinne:

  • Die gegenwärtige Wahrheit (des anderen) zu erkennen.
  • Niemanden auf Grund seiner Meinung auszuschließen
  • Konflikte aus einer übergeordneten Perspektive zu betrachten

Meinungen und Ansichten so sein zu lassen, wie sie sind, ist entscheidend dafür, wie wir uns selbst und andere wahrnehmen und auch dafür, wie wir von anderen wahrgenommen werden.

Große Pfütze auf schlammigem Boden, in der sich Wolken und blauer Himmel spiegeln, Sinnbild für Sehen, was IST.
Der Himmel auf Erden, mitten im Schlamm. · Foto: Towhid Shamsi via Unsplash

Die Haltung dahinter

Neutralität

Im Austausch mit dir und anderen Menschen ist Neutralität ein wesentlicher Faktor, um dich oder die andere Person vorbehaltlos zu sehen und zu begreifen, was IST.

In der Praxis ist Neutralität jedoch oft schwer zu erreichen, da Menschen dazu neigen, Urteile zu fällen und Positionen zu beziehen. In vielen sozialen Kontexten, z. B. in Freundschaften oder Partnerschaften, ist es wichtig, auch Empathie und Mitgefühl zu zeigen, anstatt neutral zu bleiben. Somit ist es beim Thema Neutralität sehr wichtig, den Kontext und die Bedürfnisse der beteiligten Personen zu berücksichtigen, um zu entscheiden, wann Neutralität angebracht ist und wann es besser ist, eine klare Position zu beziehen.

Im Rahmen deines Entwicklungsprozesses nutzt du Neutralität, um deine Umstände zu beobachten, denn es ist wichtig, zunächst die Situation zu erkennen, bevor du dich weiter damit befassen kannst.

So wendest du sie an

Die Sehen-was-IST-Methode in vier Schritten

Neutralität ist eine Übung, kein Zustand, den du einmal erreichst. Mit diesen vier Schritten übst du sie im Alltag: auf dem Spaziergang, im Gespräch, beim Griff zum Handy oder beim Blick auf dich selbst.

  1. Innehalten.
    Halte spontan inne, mitten im Tag. Vor einer Pfütze, in einem Gespräch, in dem Moment, in dem deine Hand zum Handy greift. Mach daraus eine kleine tägliche Überraschung.
  2. Sehen, was IST.
    Nimm wahr, was sich zeigt, so wie die Pfütze den Himmel spiegelt: ohne etwas hinzuzufügen, ohne zu bewerten, ohne etwas wegzulassen. Beobachte: Was passiert gerade tatsächlich?
  3. Den eigenen Blick prüfen.
    Frag dich: Was ist hier Fakt? Und was lege ich wie einen Filter darüber? Oft ist es eine dieser Schichten:

Urteil · Überzeugung · Prägung · Gefühl · Konvention · Idee · Meinung · Gedanke · Hörenglauben · Hörensagen · Rolle · Klischee · Glaubenssatz

Herzförmige Pfütze auf nassem Erdboden, in der sich Wolken und das Laub einer Baumkrone spiegeln, Bild zur Sehen-was-IST-Methode in vier Schritten.
Wenn das Wasser zur Ruhe kommt, zeigt sich das ganze Bild. · Foto: Florin Birjoveanu via Pixabay

Welche Bewertungen erscheinen automatisch? Erkennst du deine Überzeugungen? Welche Prägungen machen sich bemerkbar? Was spürst du? Gibt es Konventionen, die du aufdeckst, wiederkehrende Ideen oder Meinungen, die auftauchen? Welche Gedankengänge entstehen nach einem gewohnten Muster? Liegt bei einer Aussage Hörenglauben oder Hörensagen vor (eine Form von Glauben oder Wissen, die auf dem basiert, was wiederholt gesagt wurde, anstatt auf direkten Erfahrungen oder verlässlichen Quellen)? Bist du es wirklich oder spielst du eine Rolle? Erkennst du die Originalität oder ist das Klischee stärker? Ertappst du dich dabei, dass du deine eigenen Fähigkeiten leugnest, weil du einem Glaubenssatz folgst?

  1. Die Schicht abziehen.
    Lass die Bewertung für einen Moment los, so wie sich der Schlamm setzt, wenn das Wasser zur Ruhe kommt. Sie darf später wiederkommen. Jetzt schaust du, was darunter liegt.

Aus diesem klaren Blick entsteht oft eine freiere Entscheidung. Manchmal ist das mehr Verständnis für einen anderen Menschen, manchmal eine klare Position, die du jetzt bewusster beziehst. Das bedeutet: Erst klar sehen, dann frei entscheiden.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Du schreibst einer Freundin. Es erscheinen zwei blaue Haken, sie hat die Nachricht gelesen. Es kommt jedoch keine Antwort, auch Stunden später nicht.

  1. Du bemerkst, wie dein Kopf schon Geschichten schreibt, und hältst inne.
  2. Was IST: Sie hat die Nachricht geöffnet und noch nicht geantwortet. Mehr weißt du in diesem Moment nicht.
  3. Darüber liegen eine Vermutung, sie ist sauer auf mich, und vielleicht ein alter Glaubenssatz, ich bin anderen nicht wichtig.
  4. Du ziehst beide Schichten ab. Übrig bleibt der Fakt, und daneben wird Platz für andere Möglichkeiten, zum Beispiel ein voller Tag und sie kann gerade nicht antworten. Vielleicht fragst du später einfach nach, statt still zu grübeln.

Probier diese Methode aus

Draußen: Im Silent Walk aus Folge 24 gehst du die vier Schritte mit einer Pfütze als Spiegel.

Am Handy: Mein Workbook „Bewusst Offline!” ist wie eine Pfütze eine Reflektion für deine Handynutzung. 7 Tage lang siehst du, was IST, und was dahinter liegt.

Teil 2 · Weiter sehen

Eine Sprache, die jeder sprechen kann

Was IST, kann jeder sehen. Die Pfütze, das Licht, die zwei blauen Haken auf dem Display. Über Beobachtungen verständigen sich Menschen meist schnell, über Bewertungen streiten sie dagegen oft lange. Genau das meine ich mit einer Sprache, die jeder sprechen kann: Wenn du beschreibst, was du siehst, statt es gleich zu deuten, entsteht eine gemeinsame Grundlage, auf der Gespräche leichter werden.

Marshall Rosenberg hat diesen Gedanken in der Gewaltfreien Kommunikation stark gemacht. Dort ist die Beobachtung ohne Bewertung der erste Schritt, bevor überhaupt über Gefühle und Bedürfnisse gesprochen wird. Rosenberg greift dafür einen Gedanken des Philosophen Jiddu Krishnamurti auf: Die Fähigkeit, zu beobachten, ohne zu bewerten, sei die höchste Form menschlicher Intelligenz.

(Quelle: Marshall B. Rosenberg: Gewaltfreie Kommunikation. Eine Sprache des Lebens. 12. überarbeitete und erweiterte Auflage, Junfermann, Paderborn 2016.)

Der Blick durchs Schlüsselloch

Auch dein Selbstbild ist eine Schicht

Die vier Schritte kannst du auch auf dich selbst anwenden. Die Meinung, die du über dich hast, ist oft eine besonders dichte Schicht. Sätze wie „Ich bin nicht kreativ” oder „Das kann ich nicht” fühlen sich an wie Fakten, dabei sind sie häufig alte Urteile, Rollen oder Glaubenssätze.

Dein Blick auf dich gleicht dann einem Blick durchs Schlüsselloch: Du siehst einen Ausschnitt und hältst ihn für das Ganze. Frag dich deshalb auch hier, was Fakt ist und was du darüberlegst. Vielleicht entdeckst du dahinter Stärken, die du bisher übersehen hast, und Möglichkeiten, die hinter einem alten Satz lagen.

Das ist kein einmaliger Durchbruch, sondern eine Übung, Tag für Tag.

Hellblaue Holztür mit Begriffen wie Urteile, Prägungen, Erwartungen, Klischees und Glaubenssätze, darunter ein altes Schlüsselloch, Sinnbild für den eingeschränkten Blick auf sich selbst.
Wie viel von dir siehst du durchs Schlüsselloch? · Foto: Topsphere Media via Unsplash

Werden statt Sein

„Die meisten Menschen wollen etwas sein – keiner will etwas werden.“

(Zitat: Goethe zugeschrieben)

Werden heißt, einen Prozess zu durchlaufen. Wie bei der Pfütze braucht klares Sehen Zeit: Mit jeder Übung legen sich die Schichten ein Stück mehr, und du siehst dich selbst ein wenig deutlicher. Zwei Gedanken können dich dabei begleiten.

  1. Erkenne die Urteile, Erwartungen, Vorstellungen und Klischees, die deinen Blick einschränken, als Schlüsselloch. Mit Übung und Zeit gewinnst du immer mehr Abstand davon.
  2. Sieh die Lebensumstände, die zu diesem engen Blick geführt haben, als eine Tür. Gerade dort, wo du dich bisher eingeschränkt erlebt hast, entdeckst du oft Stärken, Fähigkeiten und Möglichkeiten, die du vorher nicht gesehen hast.

Hinter dieser Tür wird dein Blick weiter, auf dich selbst und auf das, was dich umgibt.

Hellblaue Holztür mit Begriffen wie Rollen, Meinungen und Erwartungen steht frei auf einer Straße in einer Winterlandschaft, darüber ein wolkenloser blauer Himmel.
Hinter der Tür wartet der weite Blick. · Foto: Topsphere Media via Unsplash

Zurück zur Pfütze

Finde es SELBST heraus!

Erinnerst du dich an die Pfütze vom Anfang? Als du sie zum ersten Mal gesehen hast, war alles andere auf diesem Bild schon da, du hattest es nur noch nicht im Blick. Mit vielen Fragen in deinem Leben ist es ähnlich: Ein großer Teil der Antworten liegt oft schon in dem, was du beobachten kannst, sobald du den Ausschnitt weitest.

Darauf baut auch mein Coaching auf. In der Motivierenden Gesprächsführung, mit der ich arbeite, gebe ich dir keine fertigen Antworten vor. Ich stelle Fragen, mit denen du deine eigenen findest.

Fang an, Fragen zu stellen. Viele Antworten sind schon da.

Ackerlandschaft mit einem Esel links, einem Mann auf einem alten roten Traktor in der Mitte und einer großen Pfütze rechts, in der sich die Wolken spiegeln, dahinter Bäume und Berge am Horizont.
Alles war die ganze Zeit schon da. · Foto: Towhid Shamsi via Unsplash

Sind Esel wirklich dumm?

Esel sind super flauschig!

Der Volksmund hält Esel für dumm, faul und stur. Fachleute sehen das anders: In einem tiermedizinischen Handbuch der Donkey Sanctuary werden Esel als sehr intelligent und lernfähig beschrieben, und sie gehen enge Zweierbindungen ein. Was wir als Sturheit deuten, ist oft Vorsicht. Laut dem Verhaltensforscher Ben Hart neigen Esel dazu, bei Angst stehen zu bleiben, statt sich in Gefahr zu begeben, und genau das bringt ihnen den Ruf ein, dumm oder stur zu sein.

Und genau solche Missverständnisse über die Natur der Esel führen dazu, dass ihre positiven Eigenschaften oft übersehen werden.

Ich denke, es ist klar geworden, worauf ich mit ‚sehen, was IST‘ hinaus will.

Zum Schluss noch eine Frage von mir an dich: Der ‚Himmel auf Erden‘ ist für jeden etwas anderes. Aber was ist es für uns alle zusammen? Vielleicht beginnt es dort, wo wir zuerst gemeinsam sehen, was IST, bevor wir bewerten.

Alwina Simon in einem schwarzen Kleid streichelt einen Esel und freut sich über sein weiches Fell.
Klischee abgezogen: Der Esel ist super flauschig. · Alwina Simon, 2022

L·O·V·E·D

Fünf Podcast-Formate. Ein Ziel: zurück zu dir selbst.

Profilbild von Mentorin und Life Coach Alwina Simon von 2023

HI, ICH BIN ALWINA

Life Coach für digitale Balance und persönliche Entwicklung

Über die Autorin

Alwina Simon ist Life Coach für digitale Balance und persönliche Entwicklung. Mit der Diagnose Burnout stellte sie sich ihren eigenen Themen und erkannte: Social Media ist der perfekte Fluchthelfer – vor Stress, vor Konflikten und vor den eigenen Schattenthemen. Wer sich selbst nicht begegnen will, findet im Scrollen immer einen Ausweg. Genau deshalb beginnt die Reise bei ihr mit Digital Detox und führt dann dorthin, wo die persönliche Entfaltung beginnt.

Kontakt

Website: wowsessions.de Kontakt: office@wowsessions.de

Disclaimer

Der 7-Tage Social Media Detox und die Inhalte der WOW Sessions ersetzen keine Therapie oder psychologische Beratung. Manche Themen oder persönliche Entwicklungsprozesse können tiefe Emotionen berühren. Bei starken emotionalen Belastungen, Suchtverhalten oder psychischen Erkrankungen suche bitte professionelle Hilfe auf. Die Inhalte hier sind ein Einstieg in Selbstreflexion und persönliches Wachstum, aber kein medizinisches oder therapeutisches Programm.

Deine nächsten Schritte

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Wer sich selbst besser kennen möchte – nicht nur kognitiv, sondern wirklich – dem empfehle ich zwei Wege:

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Weil echter Selbstkontakt erst entsteht, wenn der digitale Lärm verstummt.

📖 G.DANKE erzählt die Geschichte meiner persönlichen Entwicklungsreise.
Vom ersten Synchronizitäts-Erlebnis bis zu den Antworten, die ich fand.
Vielleicht findest du darin auch Antworten für deine eigene Reise.

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