Podcast für digitale Balance
#24 D-DAYS · Sehen, was IST, und freier entscheiden · Ein Silent Walk mit der Pfütze als Spiegel
Bevor wir klar entscheiden können, müssen wir klar sehen. Diese Silent-Walk-Folge zeigt, warum ein überreizter Kopf nicht klar sieht und wie ein ruhiger Spaziergang das innere Gemüt glättet. Mit der Pfütze als überraschend ehrlichem Spiegel und einer einfachen Methode in vier Schritten, um den Fakt von den eigenen Bewertungen zu trennen. Denn aus klarem Sehen wächst eine freiere Entscheidung.
Eigentlich willst du weniger scrollen. Aber irgendwie passiert es trotzdem wieder: jeden Abend, jeden Morgen und zwischendurch. Ein Verbot oder ein Bildschirmzeit-Limit bringt dich nicht wirklich weiter, sondern erst das Verstehen, warum du überhaupt zum Handy greifst. Hier beginnt der Weg raus aus der Handyfalle.
Dienstags verstehen, donnerstags rausgehen. D-Days for Detox, dein Podcast für digitale Balance.
Was, wenn dein klarster Spiegel eine Pfütze ist? Hör rein. ↓
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Die Zusammenhänge des Podcasts zum Nachlesen und Vertiefen hier im Blog. ↓
Stell dir vor, du gehst an einer Pfütze vorbei. Die meisten von uns übersteigen sie einfach. Doch wenn du kurz stehen bleibst und hineinschaust, zeigt sie dir etwas Verblüffendes. Den Himmel. Die Wolken. Das Licht. Sie spiegelt einfach, was gerade über ihr ist, ohne etwas hinzuzufügen und ohne zu bewerten. Ein kleines Stück Wahrheit, mitten auf dem Weg.
Letzte Woche ging es hier um die vielen Entscheidungen eines Lebens, und wie oft dabei der leise Sog des Handys mitentscheidet. Am Ende stand die Frage: Will ich das eigentlich wirklich? Diese Frage hat eine Voraussetzung, über die wir selten sprechen. Bevor ich klar entscheiden kann, muss ich klar sehen. Und genau darum geht es hier: um achtsames Sehen, und um einen Spaziergang, der es möglich macht.
Auch unser Smartphone ist eine Art Spiegel, nur ein verzerrender. Der Feed zeigt uns nicht selten ausgewählte Ausschnitte, Hochglanz Bilder, Vergleiche und fremde Urteile, und das kann unsere Sicht auf uns selbst und auf andere stark einfärben. Wir sehen die Welt dann oft durch eine Schicht, die andere für uns vorbereitet haben.
Wir sehen die Welt dann oft durch eine Schicht, die andere für uns vorbereitet haben.
Die Pfütze ist das Gegenteil. Ein ehrlicher Spiegel, der nur zeigt, was wirklich da ist. Zu ihr gehen wir heute.
Eine Pfütze zeigt den Himmel allerdings nur, wenn das Wasser ruhig ist. Weht Wind darüber oder rührt jemand den Schlamm auf, zerfällt das Bild in Kräusel. Mit unserer Wahrnehmung ist es oft ähnlich.
Denk an einen typischen Abend nach einem hektischen Tag. Du bist erschöpft, willst nur kurz abschalten, und fast wie von selbst greift die Hand zum Handy. Vieles spricht dafür, dass ein müder Kopf besonders leicht in solche automatischen Muster fällt.
Der Psychologe und Nobelpreisträger Daniel Kahneman beschreibt zwei Weisen, wie wir denken. Ein schnelles, automatisches System, das ständig und mühelos urteilt, und ein langsames, das bewusst abwägt, aber Kraft kostet.
Bei Erschöpfung übernimmt tendenziell das schnelle, automatische System. Der Griff zum Gerät fühlt sich dann nicht wie eine Entscheidung an, sondern läuft einfach ab.
Statt Ruhe entsteht dabei oft das Gegenteil. Der Kopf springt zwischen Videos, Nachrichten und Status-Updates, zu viel Input, zu viel Aufruhr. Am Ende bleibt selten ein klares Bild. Das Wasser ist aufgewühlt.
Automatisches versus bewusstes Denken: Daniel Kahneman, Schnelles Denken, langsames Denken (2011). Übersicht bei Wikipedia.
Und genau hier setzt der Silent Walk an. Das langsame Gehen in der Natur kann unser unruhiges Inneres, das „aufgewühlte Wasser“, wieder glätten. Dies ist erstaunlich gut untersucht.
Eine bekannte Studie von Marc Berman und Kollegen zeigte, dass schon ein Spaziergang in der Natur die Fähigkeit verbessern kann, die Aufmerksamkeit gezielt zu lenken. Die Idee dahinter, die sogenannte Attention Restoration Theory, ist einfach. In der Natur ziehen sanfte Reize unsere Aufmerksamkeit ganz leicht an, und die angestrengte, gerichtete Aufmerksamkeit darf sich erholen.
Natur erholt die Aufmerksamkeit: Berman, M. G., Jonides, J., & Kaplan, S. (2008). The cognitive benefits of interacting with nature. Psychological Science, 19(12), 1207 bis 1212.
Und es geht nicht nur um den Kopf, sondern auch um den Körper. Eine große japanische Untersuchung zum sogenannten Waldbaden, mit rund 280 Teilnehmenden in 24 Wäldern, fand, dass sich in der Natur oft der Ruhenerv stärker meldet. Gemessen wurden unter anderem niedrigere Werte beim Stresshormon Cortisol, ein ruhigerer Puls und eine höhere Aktivität des parasympathischen Nervensystems, also des Teils, der für Beruhigung zuständig ist. Nicht bei jedem Menschen gleich stark, aber die Richtung ist deutlich.
Das heißt für dich ganz praktisch: Das Gehen ist nicht nur der Rahmen dieser Übung. Es ist Teil der Methode. Schritt für Schritt legen sich die Wellen, der Atem wird länger, und das Bild wird klarer.
Natur beruhigt das Nervensystem: Park, B. J. et al. (2010). The physiological effects of Shinrin-yoku, Waldbaden, 24 Wälder in Japan. Environmental Health and Preventive Medicine, 15(1), 18 bis 26.
Wenn das Wasser ruhig ist, kannst du üben, was ich das „Sehen, was IST“ nenne. Es bedeutet, auf das zu schauen, was sich zeigt, ohne Bewertung, ohne Urteil, ohne Schlussfolgerung. Nur beobachten.
Das ist im Kern nichts Neues, sondern das Herz vieler Achtsamkeitsansätze. Jon Kabat-Zinn, der die Mindfulness-Based Stress Reduction begründet hat, beschreibt Achtsamkeit als ein bewusstes, nicht-wertendes Gewahrsein im gegenwärtigen Moment. Genau dieses nicht-wertende Beobachten üben wir hier.
Nicht-wertendes Beobachten, Achtsamkeit: Jon Kabat-Zinn, Begründer der Mindfulness-Based Stress Reduction.
Denn über fast alles, was wir wahrnehmen, legen wir sofort eine Schicht, meist ganz automatisch. Ein Urteil. Eine alte Prägung. Einen Vergleich. Eine Meinung, die wir irgendwo aufgeschnappt haben. Eine Rolle. Ein Klischee. Diese Schichten sind wie Kräusel auf dem Wasser, sie legen sich über das, was IST.
Ein anschauliches Beispiel ist der Esel. Im Volksmund gilt er als dumm und stur. Das ist eine Schicht, ein Klischee. Sieht man aber, was IST, erkennt man ein kluges, vorsichtiges Tier, das seine Entscheidungen sehr genau abwägt.
Erst das Klischee weg, dann der freie Blick.
So arbeitet auch unser schnelles Denken, es urteilt sofort, oft nützlich, manchmal aber verzerrend. Die Kunst ist, das Urteil zu bemerken und für einen Moment beiseitezulegen.
So kannst du es unterwegs ausprobieren, sobald dir eine Pfütze begegnet. Findest du keine, nimm eine andere ruhige, spiegelnde Fläche, oder geh die vier Schritte in Gedanken durch.
Stell dir eine Mutter vor, nennen wir sie Claudia. Sie sitzt beim Abendessen, ihr Kind erzählt etwas, und das Handy brummt. Reflexartig greift sie danach, der Blick schon halb im Display, als das Kind ihren Namen ruft.
Kein großer Kraftakt, nur ein klarer Blick, aus dem eine echte Wahl wird.
In meiner allerersten Silent-Walk-Folge habe ich einmal gefragt: Worin siehst du den Himmel auf Erden? Die meisten Menschen antworten mit einem schönen Moment, den Bergen, der Familie, der ersten Tasse Kaffee. Das ist alles wahr.
Für mich liegt der Himmel auf Erden aber auch in einer bestimmten Art zu sehen. Im Sehen, was IST. Denn aus diesem klaren Blick wächst etwas. Du bemerkst vielleicht, dass du gerade jemanden verurteilst, oder dass eine alte Prägung deine Sicht enger macht, als sie sein müsste. Und in dem Moment, in dem du das erkennst, kannst du dich neu entscheiden. Freier, offener, ehrlicher. So eine Entscheidung kann selbst ein kleines Stück Himmel auf Erden sein.
Die Pfütze zeigt dir, was IST, dort draußen. Es gibt aber einen Ort, an dem dieses klare Sehen oft noch fehlt, und der liegt sehr nah. In deiner eigenen Hand, bei deinem eigenen Handy.
Denn dort schauen wir selten ehrlich hin. Der automatische Griff kostet uns nicht selten wertvolle Lebenszeit und ungeteilte Aufmerksamkeit für unsere Liebsten. Zeit, die wir eigentlich im echten Leben verbringen wollen, statt in Vergleichen und im endlosen Weiterscrollen.
Mein Workbook „Bewusst offline! 7 Tage Social-Media-Detox“, ist im Grunde eine Pfütze für genau diese Frage. Es hilft dir zu sehen, was IST: wie deine Handynutzung wirklich aussieht, und was sich dahinter verbirgt, wonach du dort vielleicht suchst oder wovor du dich ablenkst. Nicht mit Verboten, sondern mit deiner eigenen, ehrlichen Beobachtung, damit du wieder frei entscheidest, wann dich dein Smartphone unterstützt und wann du es bewusst weglegst.
Denn, der größte unerforschte Kontinent liegt nicht auf einer Landkarte, sondern in dir.
Und am nächsten Dienstag geht es weiter mit der Mini-Serie über die acht Kräfte, die uns in den digitalen Sog drängen. Dann geht es um Kraft 7, die Leistungsidentität.
Ich spreche mit Mareike Lehmann, Expertin für Kommunikation und Konfliktklärung, im Interview darüber, wie Sichtbarkeit zur Währung wird und wie sich eine echte Pause im Wettstreit um die Onlinepräsenz nicht wie Zurückfallen, sondern wie Auftanken anfühlt.
Du kannst schon gespannt sein!
Bis dahin, geh raus ins Grüne und lade in der Stille auf.
Ich freue mich, dich auf deinem Weg zu begleiten.
Deine Alwina
Willst du wieder mehr Zeit draußen als vor dem Handy verbringen? Dann komm zur Open-Door-Session und lerne mein Workbook „Bewusst offline!” kennen.
Gemeinsam machen wir dort den ersten Schritt aus der Dauererreichbarkeit, dem endlosen Scrollen und der Reizflut, die dich täglich belasten. In diesem kostenlosen Zoom-Raum starten wir entspannt und ohne Druck in Tag 1 deines Detox.
Du erlebst, wie Selbstreflexion zu deinem stärksten Hebel wird und machst den ersten Schritt aus dem digitalen Sog heraus.
Natürlich nicht allein, sondern mit mir und einer Gruppe von Menschen, die dasselbe suchen wie du. Echte Freiheit von den Zwängen, die uns Algorithmen auferlegen, und in der Folge auch echte Verbindung im echten Leben.
Mach aus dem digitalen Sog deine Erfolgsgeschichte. Es geht nicht um Verzicht, sondern um die Rückgewinnung von Freiheit, echter Verbindung und echtem Wachstum.
Dein nächster Schritt
Wenn „so weitermachen wie bisher“ für dich keine Option ist, dann schaue dir deine Handynutzung genau an.
Die entscheidenden Stellschrauben liefert dir das Workbook „Bewusst Offline: 7 Tage Social Media Detox”. Es führt dich durch einen Prozess von sieben Tagen. Nicht mit Verboten und Zeitlimits, sondern mit Tests, Beobachtungen und Fragen, die dich zu deinen eigenen Antworten bringen.
Du legst frei, was hinter deinen Handygewohnheiten steckt. Nicht als Theorie, sondern in dem Moment, in dem du zum Handy greifst.
So gestaltest du Schritt für Schritt deine selbstbestimmte Handynutzung und entscheidest in Zukunft selbst, wann das Smartphone in deine Hand gehört, damit du mehr vom echten Leben hast.
Du bestimmst das Tempo. Die sieben Tage sind deine Begleiter.
Life Coach für digitale Balance und persönliche Entwicklung
Alwina Simon ist Life Coach für digitale Balance und persönliche Entwicklung. Mit D-Days for Detox begleitet sie Menschen auf dem Weg raus aus dem Algorithmus-Loop, rein in die Präsenz, zurück ins echte Leben. Jeden Dienstag und Donnerstag als Podcast auf wowsessions.de.
Website: wowsessions.de Kontakt: office@wowsessions.de
Der 7-Tage Social Media Detox und die Inhalte der WOW Sessions ersetzen keine Therapie oder psychologische Beratung. Manche Themen oder persönliche Entwicklungsprozesse können tiefe Emotionen berühren. Bei starken emotionalen Belastungen, Suchtverhalten oder psychischen Erkrankungen suche bitte professionelle Hilfe auf. Die Inhalte hier sind ein Einstieg in Selbstreflexion und persönliches Wachstum, aber kein medizinisches oder therapeutisches Programm.
Du willst tiefer gehen?
Wer sich selbst besser kennen möchte – nicht nur kognitiv, sondern wirklich – dem empfehle ich zwei Wege:
🌊 Bewusst Offline! Starte deinen 7-Tage Social Media Detox mit dem Workbook.
Weil echter Selbstkontakt erst entsteht, wenn der digitale Lärm verstummt.
📖 G.DANKE erzählt die Geschichte meiner persönlichen Entwicklungsreise.
Vom ersten Synchronizitäts-Erlebnis bis zu den Antworten, die ich fand.
Vielleicht findest du darin auch Antworten für deine eigene Reise.
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