Podcast für digitale Balance
#10 D-DAYS · Lerne, wie bewusste Weite dein Wohlbefinden stärkt · Ein Silent Walk mit Blick zum Horizont
In Folge 10 geht es um das Gegenteil von Alltags-Scheuklappen. Ausgehend von meiner persönlichen Erfahrung mit einem Sonnenaufgang am Horizont lädt dich diese Silent-Walk-Folge dazu ein, deinen Blick bewusst zu weiten, tief durchzuatmen und das kindliche Staunen wiederzuentdecken. Erfahre außerdem die Hintergründe zu den sogenannten Awe Walks.
Schnapp dir deine Schuhe und Jacke, jeden Donnerstag gehen wir gemeinsam raus, 20 Minuten, ohne Handy, ohne Beschallung. Nur du, deine Schritte und eine Frage, die dich zurück zu dir bringt. Das ist unser Donnerstags-Ritual bei den D-Days for Detox.
Dienstags verstehen, donnerstags rausgehen. D-Days for Detox, dein Podcast für digitale Balance.
Schuhe an, Alltags-Scheuklappen ab, der Blick geht nach draußen, dorthin, wo der Himmel die Erde berührt. ↓
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Was macht Weite eigentlich mit deinem Wohlbefinden? Die Zusammenhänge zum Nachlesen und Vertiefen. ↓
Es gibt Phasen im Leben, da läuft man wie mit Scheuklappen durch den Alltag. Von einem ToDo zum nächsten Termin und weiter, vor allem mit kleinen Kindern kennen das viele. Der Blick wird eng, die Aufmerksamkeit bleibt am Nahen hängen, am Nächsten, am Dringenden. Genau aus diesem Funktionieren heraus lädt die heutige Silent-Walk-Folge dich ein, etwas ganz Einfaches zu tun: den Blick wieder zu weiten.
Wann hast du zuletzt bewusst den Horizont wahrgenommen, diese feine Linie, an der Himmel und Erde sich berühren? Nicht nur registriert, sondern wirklich gesehen?
Manchmal genügt ein einziger Moment, um daran zu erinnern, wie viel Weite eigentlich da draußen wartet. Ein früher Morgen, ein Hügel, eine Sonne, die plötzlich riesig und scharlachrot über dem Horizont steht. Solche Momente lassen sich nicht erzwingen, aber man kann ihnen Raum geben, indem man bewusst hinschaut, statt vorbeizulaufen.
Dass genau dieser bewusst geweitete Blick etwas mit unserem Wohlbefinden macht, ist inzwischen auch wissenschaftlich untersucht. Es gibt sogar einen eigenen Namen dafür: Awe Walk (Staunen-Spaziergang oder Ehrfurchtsspaziergang). Dabei nimmst du dir bewusst vor, auf Dinge zu achten, die größer sind als du selbst.
Das kann die Weite eines Feldes sein, ein beeindruckender Baum oder ein farbenprächtiger Himmel. In diesen Momenten überkommt einen oft ein tiefes Gefühl von Ehrfurcht: Man fühlt sich zugleich klein und groß, weil man ein winziger, aber unverzichtbarer Teil dieses riesigen Ganzen ist – ein lebendiger Bestandteil des Universums, der genau hierhergehört und nicht fehlen darf. Der Fokus verschiebt sich: weg von Ängsten, Problemen und Alltagssorgen hin zur Präsenz in der unmittelbaren Welt um dich herum.
Der Begriff stammt von einem Forschungsteam um Dr. Virginia Sturm (leitende Forscherin und Professorin für Neurologie, Psychiatrie und Verhaltenswissenschaften an der University of California in San Francisco) und dem Psychologen Dacher Keltner von der UC Berkeley. In einer Studie aus dem Jahr 2020 (veröffentlicht im Fachjournal Emotion) gingen ältere Erwachsene acht Wochen lang einmal pro Woche 15 Minuten spazieren. Eine Gruppe sollte gezielt nach beeindruckenden Dingen Ausschau halten und ein kindliches Staunen wiederentdecken, so wie früher als Kinder, wenn die Welt noch voller Wunder war. Die andere Gruppe ging einfach normal spazieren.
„Eines der Hauptmerkmale von Ehrfurcht ist, dass es das fördert, was wir ‚kleines Selbst‘ nennen, ein gesundes Gefühl für Proportionen zwischen dem eigenen Selbst und dem Gesamtbild der Welt um einen herum.“
“One of the key features of awe is that it promotes what we call ‘small self,’ a healthy sense of proportion between your own self and the bigger picture of the world around you,” said UCSF researcher Virginia Sturm, PhD.” (Laut Virginia Sturm in der UCSF-Studienbegleitung)
Das Ergebnis: Schon diese kleine Veränderung der Aufmerksamkeit, weg von den eigenen Gedanken, hin zur Umwelt, machte einen klaren Unterschied. Die Awe-Walk-Gruppe fühlte sich danach positiver und weniger belastet im Alltag. Die Teilnehmenden beschrieben das Gefühl während der Spaziergänge als ähnlich dem, was sie als Kinder beim Erkunden der Welt empfunden hatten.
Besonders schön: Die Teilnehmer machten bei jedem Spaziergang ein Selfie. Im Verlauf der Wochen wurden sie auf den Fotos immer kleiner (weil sie mehr von der Umgebung zeigten), und ihr Lächeln wurde breiter.
Dieses Gefühl, sich selbst kleiner und die Welt größer zu machen, nennen die Forscher einen gesunden Effekt des Staunens (Awe). Awe entsteht, wenn wir etwas Riesiges oder Überwältigendes erleben, das wir nicht sofort ganz erfassen können, etwa einen Sonnenaufgang.
Neben dem weiten Blick hilft auch der Atem. Wenn du beim Silent Walk bewusst tief einatmest und den Brustkorb weit machst, ist das mehr als nur entspannend. Verschiedene Studien zeigen: Langsames, bewusstes Atmen, besonders mit langer Ausatmung, wirkt über den Vagusnerv beruhigend auf Körper und Nervensystem.
Weite (nach außen) und tiefer Atem (nach innen) ergänzen sich perfekt. Beides holt dich aus dem Gefühl der Enge heraus und sorgt für mehr Weite und Wohlbefinden.
Du brauchst dafür weder einen besonderen Ort noch eine spektakuläre Naturkulisse. Es reicht, wenn du von zu Hause aus zu deinem Silent Walk aufbrichst. Wichtig ist vor allem die innere Haltung: Lenke deine Wahrnehmung bewusst nach außen. Löse dich von den Dingen, die nah und dringend sind, und blicke stattdessen bewusst auf das, was größer ist. Lass wie immer das Handy in der Tasche, schiebe die To-dos und Sorgen zur Seite und nimm stattdessen aktiv wahr, was um dich herum geschieht: Geräusche, Gerüche, Formen, Farben oder die Freiheit des Himmels.
Weite dabei deinen Brustkorb, atme bewusst tief durch und halte Ausschau nach etwas Größerem, zum Beispiel dem Horizont, einem weiten Feld oder einem Baum, der alles überragt. Schon wenige Minuten können spürbar verändern, wie du dich fühlst.
Die Reflexionsfrage, die du mitnimmst, ist ganz einfach:
Was empfinde ich, wenn ich mich selbst kleiner und die Welt um mich herum größer werden lasse?
Immer wenn du merkst, dass die innere Unruhe dich wieder in die Zukunft oder Vergangenheit zieht, komm einfach zurück in den Moment jetzt. Zum Licht, zum Geräusch, zum Boden unter deinen Füßen. Lass die Gedanken ziehen wie Wolken. Denn genau da beginnt der eigentliche Detox. Nicht im Verzicht, sondern in dem Moment, in dem du wieder ganz da bist.
Das echte Leben wartet nicht im Feed, sondern in dir.
Am Dienstag geht es weiter.
Ich freue mich, dich auf deinem Weg zu begleiten.
Deine Alwina
Du musst nicht viel mitbringen. Eigentlich nur die Bereitschaft, 20 bis 30 Minuten ohne künstliche Beschallung aus dem Handy zu gehen. Willst du wissen, was der Silent Walk bewirkt und worum es geht, höre in die erste Donnerstags-Folge rein – Mach mit: Silent Walk, 20 Minuten ohne Handy, die dein Nervensystem beruhigen. Die D-Days-Bewegung trifft sich jeden Donnerstag auf diesem Weg. Gemeinsam, aber jeder auf seinem eigenen Weg.
Höre dir die erste Dienstags-Folge an (Warum funktioniert ein Handyverbot nicht wirklich), um zu verstehen worum es bei den D-Days geht. Du findest sie direkt hier im Blog oder in deiner Podcast-App unter Wow Sessions – D-Days for Detox. Oder gehe direkt zum D-Days for Detox Programm.
Und wenn du schon draußen bist: Leg das Handy weg. Es braucht nur noch einen einzigen Gedanken.
Lass uns losgehen.
Life Coach für digitale Balance und persönliche Entwicklung
Alwina Simon ist Life Coach für digitale Balance und persönliche Entwicklung. Mit D-Days for Detox begleitet sie Menschen auf dem Weg raus aus dem Algorithmus-Loop, rein in die Präsenz, zurück ins echte Leben. Jeden Dienstag und Donnerstag als Podcast auf wowsessions.de.
Website: wowsessions.de Kontakt: office@wowsessions.de
Der 7-Tage Social Media Detox und die Inhalte der WOW Sessions ersetzen keine Therapie oder psychologische Beratung. Manche Themen oder persönliche Entwicklungsprozesse können tiefe Emotionen berühren. Bei starken emotionalen Belastungen, Suchtverhalten oder psychischen Erkrankungen suche bitte professionelle Hilfe auf. Die Inhalte hier sind ein Einstieg in Selbstreflexion und persönliches Wachstum, aber kein medizinisches oder therapeutisches Programm.
Wie oft scrollst du weiter, obwohl du längst aufhören wolltest?
Werde unabhängig vom ständigen Griff zum Smartphone. Verstehe den digitalen Sog, der dich immer wieder zum Handy zieht. Und entscheide selbst bewusst, wann du es in die Hand nimmst und wann nicht.
🏄 Bereit, sofort selbst zu starten?
Sichere dir dein Workbook: Starte deinen 7-Tage Social Media Detox mit „Bewusst Offline!“ und werde autonom vom digitalen Sog. Damit das Handy dich nicht deine Zeit und deinen Bezug zum echten Leben kostet.
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