Podcast für digitale Balance
#6 D-DAYS · Achtsam spazieren ohne Handy · Diese Folge macht bewusst, was hinter dem Handy Verlangen liegt.
Am Donnerstag gehst du deinen Silent Walk, ganz ohne Handy, Podcast oder Musik.
Am Donnerstag gehst du deinen Silent Walk – ganz ohne Handy, Podcast oder Musik. Nachdem du am letzten Dienstag in Folge 5 erfahren hast, dass dein Gehirn deine Handynutzung kaum zuverlässig einschätzen kann, ist dieser Spaziergang eine Neukalibrierung, die auf deinem Erleben statt dem Nachdenken basiert.
Dein Fokus liegt heute auf einer kleinen, aber entscheidenden Übung: Bemerke den Impuls, das Handy nutzen zu wollen, bevor du ihm folgst, und frage dich, wonach du eigentlich suchst. Sicherheit, Nähe, Ablenkung oder einfach eine Pause?
Im Blog erfährst du, warum schon kurze Zeit in der Natur dein Nervensystem beruhigen kann und wie du nach dem Spaziergang mit ein paar Journal-Fragen in die Tiefe gehst.
Schnapp dir deine Schuhe und Jacke, jeden Donnerstag gehen wir gemeinsam raus, 20 Minuten, ohne Handy, ohne Beschallung. Nur du, deine Schritte und eine Frage, die dich zurück zu dir bringt. Das ist unser Donnerstags-Ritual bei den D-Days for Detox.
Dienstags verstehen, donnerstags rausgehen. D-Days for Detox, dein Podcast für digitale Balance.
Erfahre, wie der ehrlichste Blick auf dein Handy beim Bemerken eines einzigen Impulses beginnt. Hör rein. ↓
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Du willst nach deinem Silent Walk tiefer gehen? Hier findest du die Journal-Fragen und alles zum Nachlesen und Vertiefen. ↓
Letzten Dienstag (Folge 5) haben wir verstanden, warum du deine eigene Handynutzung kaum ehrlich einschätzen kannst. Heute machen wir daraus eine Erfahrung.
In Folge 5 haben wir dein Gehirn mit einem ungenauen Messgerät verglichen. Es misst zwar, aber nicht zuverlässig, weil die Gewohnheit, zum Handy zu greifen, es selbst verändert hat. Und wir haben gesehen, dass der blinde Fleck nicht in der Tagessumme deiner Bildschirmzeit sitzt, sondern im einzelnen, automatischen Griff zum Handy.
Und jetzt kommt die Veränderung rein. Dein Gehirn, oder sagen wir mal, deine Gewohnheiten, verändern wir nicht durch Nachdenken, sondern durch Erleben. Genau das passiert bei deinem Silent Walk: es ist eine Art Neukalibrierung. Du nimmst dir bewusst eine Pause vom digitalen Rauschen und gibst deiner Wahrnehmung die Chance, sich wieder zu schärfen.
Bei diesem Spaziergang musst du nichts leisten. Du sollst heute nur eines üben: etwas ganz Bestimmtes zu bemerken.
Wahrscheinlich wirst du unterwegs irgendwann einen kleinen Impuls verspüren. Der Reflex, kurz aufs Handy zu schauen. Eine leise Unruhe. Das Gefühl, etwas zu verpassen. Oder das Bedürfnis, eine schöne Szenerie als Foto festzuhalten.
Wenn das passiert, ist das genau der spannende Moment, auf den wir achten wollen.
Versuche nicht, den Impuls schnell loszuwerden, sondern bleibe einfach kurz dabei, gib ihm Raum, bemerkt zu werden, und gehe dann behutsam weiter.
Denn damit schaffst du die kleine Pause zwischen Reiz und Reaktion, von der wir am Dienstag gesprochen haben. Heute machst du sie zum ersten Mal ganz bewusst sichtbar.
Und jetzt kommt der Teil, der diese Folge ausmacht. Der Griff zum Handy ist selten das eigentliche Thema, er ist eher der Bote oder das Symptom, das wir äußerlich wahrnehmen. Unter ihm wartet fast immer ein Bedürfnis, das gerade gehört werden will.
Vielleicht suchst du Sicherheit, wenn dir etwas unangenehm ist. Vielleicht nur ein wenig Nähe, weil du dich einsam fühlst. Vielleicht Ablenkung, wenn Langeweile aufsteigt. Oder einfach eine kleine Pause.
Deshalb fragen wir uns heute, was die Unruhe eigentlich sucht. Diese Frage führt dich vom Symptom zum Bedürfnis. Und ein Bedürfnis, das du erkennst, kannst du auf viele Arten erfüllen, nicht nur über den Bildschirm.
Vielleicht fühlt sich die Stille am Anfang ungewohnt an, fast ein bisschen wie ein Entzug. Das ist völlig normal und es geht vorbei. Nach ein paar Minuten passiert bei vielen Menschen etwas Schönes: Sie sehen mehr, hören mehr und sind wieder richtig da.
Die Forschung bestätigt dies. In einer Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung (Sudimac et al., 2022) ging eine Gruppe eine Stunde durch den Berliner Grunewald, eine andere durch eine belebte innerstädtische Einkaufsstraße.
Nach dem Waldspaziergang war die Aktivität in der Amygdala, dem Hirnbereich, der maßgeblich für Stress- und Angstreaktionen zuständig ist, signifikant reduziert. Die Stadtgruppe zeigte hingegen keine Veränderung der Amygdala-Aktivität.
Die Ergebnisse legen nahe, dass bereits ein einstündiger Spaziergang in der Natur dem Nervensystem helfen kann, Stress herunterzuregeln. Ein vergleichbarer Effekt blieb in der urbanen Umgebung aus.
Andere Untersuchungen weisen in dieselbe Richtung: Schon kurze, achtsame Zeit in der Natur kann den Ruhe-Anteil deines Nervensystems, den Parasympathikus, aktivieren und so für tiefe Entspannung sorgen (Quarks, WDR).
Genau in dieser Ruhephase werden Bewegungen wieder genauer gespürt, Farben intensiver wahrgenommen und Geräusche bewusster gehört.
Besonders passend zu unserem Thema ist eine weitere Beobachtung der Wissenschaft: Wir neigen dazu, die positive Wirkung der Natur zu unterschätzen, bevor wir losgehen. Wir glauben oft nicht, dass uns der Weg durch den Park wirklich guttun wird, und liegen damit daneben (Nisbet & Zelenski, 2011, via UZH).
Das ist im Grunde ein blinder Fleck in einer neuen Form. Umso schöner, dass du heute trotzdem losgehst.
Raus in die Natur! Wie ein Spaziergang unsere Verbundenheit zur Natur steigert und uns glücklich macht
Wenn du deinen Silent Walk gegangen bist, wirst du einiges beobachtet haben. Vielleicht hast du etwas bemerkt, das dir sonst entgeht. Vielleicht war die Unruhe am Anfang da und ist unterwegs leiser geworden. Vielleicht ist sie auch geblieben. Beides ist in Ordnung. Du hast heute nichts geleistet, was man messen müsste. Du hast einfach wahrgenommen, und genau das ist die Neukalibrierung.
Wenn du magst, halte diesen einen Moment jetzt noch kurz fest, bevor er dir entwischt. Dafür ist ein Journal wunderbar.
Schreiben hilft, unerkannte Beweggründe an die Oberfläche zu holen, die wir im bloßen Nachdenken oft gar nicht greifen. Eine große Auswertung von 146 Studien zum Thema Schreiben deutet darauf hin, dass diese einfache Praxis tatsächlich Wirkung zeigt.
(Frattaroli, J. (2006). Experimental disclosure and its moderators: A meta-analysis. Psychological Bulletin, 132(6), 823–865.)
Vielleicht denkst du, Schreiben bringe ohnehin nichts. Genau das wäre wieder so ein blinder Fleck. Deshalb möchte ich dir diesen Blogbeitrag von Andreas Schuster empfehlen!
Es geht dabei vor allem, um einen neuen Zugang zu deiner inneren Gefühlswelt, nicht um schöne Sätze, eine Aufzählung der Dinge, die du heute gemacht hast oder richtige Rechtschreibung.
Die Wörter, die beim Schreiben aus dir herauskommen, sind nur für dich und diese müssen nicht in sauberster und ordentlichster Form aufs Papier gebracht werden. Hauptsache raus und gesehen werden!
Nimm dir also nach deinem Walk etwas Zeit und ein paar dieser Fragen:
Schreib einfach drauflos, ohne es zu bewerten. Du wirst überrascht sein, wie viel Klarheit auf einer halben Seite Platz findet.
Dieses Bemerken ist der Anfang von allem. Sobald du deinen blinden Fleck durchschaust und das Bedürfnis hinter dem Griff zum Handy erkennst, hast du plötzlich eine echte Wahl. Davor gab es keine, da war nur der Autopilot.
Genau dieses Bemerken ist auch der rote Faden in meinem Workbook „Bewusst Offline!“. Tag 1 kannst du kostenlos auf wowsessions.de testen, ganz ohne Druck. Für heute reicht aber vollkommen, dass du losgegangen bist.
Wenn du heute draußen bist und der Impuls kommt, das Handy doch zu nehmen, dann halte inne und frag dich:
Was liegt wirklich hinter dem Impuls zum Handy greifen zu wollen? Vielleicht ein Gefühl von Sicherheit, der Wunsch nach etwas Nähe, oder eine Ablenkung oder einfach eine kleine Pause? Und was passiert mit diesem Bedürfnis, während du dem Impuls nicht nachgibst und einfach weitergehst?
Das ist also deine heutige Reflexionsfrage für den Silent Walk:
Was sucht dieser Impuls gerade, und was passiert mit ihm, während du einfach weitergehst?
Lasse diese Reflexion einfach im Hintergrund mit dir gehen, ohne in die Diskussion mit deinem Kopf einzusteigen oder etwas analysieren zu müssen. Achte einfach auf den Impuls, wenn er kommt.
Am Dienstag geht es weiter.
Ich freue mich, dich auf deinem Weg zu begleiten.
Deine Alwina
Du musst nicht viel mitbringen. Eigentlich nur die Bereitschaft, 20 bis 30 Minuten ohne künstliche Beschallung aus dem Handy zu gehen. Willst du wissen, was der Silent Walk bewirkt und worum es geht, höre in die erste Donnerstags-Folge rein – Mach mit: Silent Walk, 20 Minuten ohne Handy, die dein Nervensystem beruhigen. Die D-Days-Bewegung trifft sich jeden Donnerstag auf diesem Weg. Gemeinsam, aber jeder auf seinem eigenen Weg.
Höre dir die erste Dienstags-Folge an (Warum funktioniert ein Handyverbot nicht wirklich), um zu verstehen worum es bei den D-Days geht. Du findest sie direkt hier im Blog oder in deiner Podcast-App unter Wow Sessions – D-Days for Detox. Oder gehe direkt zum D-Days for Detox Programm.
Und wenn du schon draußen bist: Leg das Handy weg. Es braucht nur noch einen einzigen Gedanken.
Lass uns losgehen.
Life Coach für digitale Balance und persönliche Entwicklung
Alwina Simon ist Life Coach für digitale Balance und persönliche Entwicklung. Mit D-Days for Detox begleitet sie Menschen auf dem Weg raus aus dem Algorithmus-Loop, rein in die Präsenz, zurück ins echte Leben. Jeden Dienstag und Donnerstag als Podcast auf wowsessions.de.
Website: wowsessions.de Kontakt: office@wowsessions.de
Der 7-Tage Social Media Detox und die Inhalte der WOW Sessions ersetzen keine Therapie oder psychologische Beratung. Manche Themen oder persönliche Entwicklungsprozesse können tiefe Emotionen berühren. Bei starken emotionalen Belastungen, Suchtverhalten oder psychischen Erkrankungen suche bitte professionelle Hilfe auf. Die Inhalte hier sind ein Einstieg in Selbstreflexion und persönliches Wachstum, aber kein medizinisches oder therapeutisches Programm.
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