Podcast für digitale Balance
#8 D-DAYS · Erkenne, wie deine innere Unruhe dich aus dem Hier und Jetzt herauszieht · 20 Minuten Silent Walk und eine Frage, die dich zurückholt
Immer schon einen Schritt weiter sein als dort, wo man gerade ist. Kennst du dieses Gefühl? Du gehst, aber innerlich bist du schon beim Ankommen. Du isst, aber denkst schon ans Aufräumen. Du redest mit jemandem und ein Teil von dir ist längst beim nächsten Gedanken. Diese innere Unruhe ist uns so vertraut, dass wir sie kaum noch bemerken. Und doch ist sie oft der leise Motor hinter dem Griff zum Handy.
In Folge 8 unserer „D-Days for Detox” machen wir uns wie immer auf einen Silent Walk und betrachten genau dieses Getriebensein.
Einen Scroll weiter unten findest du die Podcastfolge, um sie direkt hier zu hören (klicke auf „Podcast-Player laden“) und die Hintergründe zum Nachlesen.
Schnapp dir deine Schuhe und Jacke, jeden Donnerstag gehen wir gemeinsam raus, 20 Minuten, ohne Handy, ohne Beschallung. Nur du, deine Schritte und eine Frage, die dich zurück zu dir bringt. Das ist unser Donnerstags-Ritual bei den D-Days for Detox.
Dienstags verstehen, donnerstags rausgehen. D-Days for Detox, dein Podcast für digitale Balance.
Donnerstag auf der D-Days-Welle · dein Silent Walk zu folge 8. Hör rein. ↓
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Was findest du, wenn du ganz im Hier und Jetzt bist? Die Zusammenhänge zum Nachlesen und Vertiefen. ↓
Am Dienstag (Folge 7) haben wir uns das schale Gefühl angeschaut, das nach dem Scrollen oft zurückbleibt. FOMO, die Angst, etwas zu verpassen. Heute geht es um den Teil davon, der sich am hartnäckigsten anfühlt. Dieses Herzklopfen, das nicht von Vorfreude stammt, sondern von einem diffusen Getriebensein.
Für die einen fühlt sich diese innere Unruhe so an, als gäbe es da draußen irgendwo einen besseren Moment, ein interessanteres Leben, etwas, das man gerade verpasst. Für die anderen ist sie ein ständiges „Gejagtwerden“, ein gedankliches Hamsterrad, in dem überall Aufgaben warten.
Beides hat denselben Kern. Ein Gedanke flüstert: Wenn du das jetzt nicht tust oder siehst, entgeht dir etwas Wichtiges. Und genau dieser Gedanke ist der Grund, warum wir zum Handy greifen, oft bevor wir es überhaupt merken. Das Wischen verspricht, dass sich dort finden lässt, was hier gerade zu fehlen scheint.
Interessant ist, wohin diese Unruhe uns eigentlich zieht. Fast immer nach vorn, ins Morgen, das noch nicht da ist. Oder zurück, ins Gestern, das uns noch festhält. Nur eines lässt sie meistens aus. Das Hier und Jetzt.
Die Psychologen Matthew Killingsworth und Daniel Gilbert von der Harvard University haben dieses Phänomen 2010 in einer großen Studie untersucht, die im Fachmagazin Science veröffentlicht wurde. Mithilfe einer Smartphone-App befragten sie mehrmals täglich Tausende Menschen, was sie gerade taten, woran sie dachten und wie sie sich fühlten.
Das Ergebnis: Unser Geist ist im Durchschnitt etwa 47 Prozent der wachen Zeit nicht bei dem, was wir gerade tun. Fast die Hälfte des Tages läuft unser Denken also auf einem anderen Kanal.
Besonders interessant ist der zweite Befund: Dieses Abschweifen ist nicht nur eine Folge von Unzufriedenheit, sondern offenbar auch eine ihrer Ursachen. Die Forscher fassen es so zusammen:
„Ein wandernder Geist ist ein unglücklicher Geist.“
Ob du gerade glücklich oder unglücklich bist, hängt stärker davon ab, wie oft dein Geist abschweift, als davon, was du gerade tust.
Mit anderen Worten: Du kannst gerade etwas eigentlich Schönes tun – aber wenn dein Kopf ständig woanders ist, fühlst du dich trotzdem eher unglücklich. Umgekehrt kannst du etwas eher Langweiliges tun – wenn du dabei aber voll bei der Sache bist (nicht abschweifst), bist du tendenziell glücklicher.
Originalstudie (Science, 2010). Harvard Gazette Artikel (sehr gute, gut verständliche Zusammenfassung). PDFder Studie (freier Zugang).
Selbstbeobachtung: Vergleich das gerne einmal für dich selbst in deinem Alltag:
Der Meditationslehrer und Headspace-Mitgründer Andy Puddicombe bringt es in seinem bekannten TED Talk auf den Punkt: Der gegenwärtige Moment werde völlig unterschätzt, sagt er. Gerade weil wir so wenig Zeit darin verbringen, sei er alles andere als gewöhnlich.
„I think the present moment is so underrated. It sounds so ordinary, and yet we spend so little time in the present moment that it’s anything but ordinary.“
Es braucht keine Räucherstäbchen und kein Sitzen auf dem Boden, nur die Bereitschaft, sich täglich für ein paar Minuten bewusst mit dem Jetzt vertraut zu machen.
„No need for incense or sitting in uncomfortable positions. All you need to do is to take 10 minutes out a day to step back, to familiarize yourself with the present moment…“
Genau dafür ist unser Donnerstag da. Beim Silent Walk gehst du 20 bis 30 Minuten nach draußen, ohne Musik, ohne Telefonate, ohne Berieselung. Nur du, dein Weg und ein Gedanke, der dich begleitet. Wenn sich das am Anfang unruhig anfühlt, ist das völlig normal. Dein Nervensystem erinnert sich gerade daran, wie Pausen gehen.
Unterwegs lädt dich diese Folge zu einem kleinen Experiment ein. Bemerke die Unruhe einmal ganz bewusst.
Wo sitzt sie?
Verdränge diese Unruhe nicht, sondern begrüße sie einfach: „Hey, da bist du ja, innere Unruhe.“ Oft reicht das schon, damit ein innerer Zustand sich gewissermaßen ertappt fühlt und nicht mehr einfach im Autopilot weiterläuft.
Und dann nimm wahr, was wirklich da ist. Das Licht, wie es durch die Blätter fällt und nie wieder ganz gleich sein wird. Die Geräusche in ihren Schichten, deine Schritte ganz nah, ein Vogel weiter weg. Die Luft auf deiner Haut. Der Boden, der dich bei jedem Schritt trägt. Irgendwo etwas Lebendiges. All das ist genau jetzt da. Und aus lauter Angst, etwas zu verpassen, hetzen wir oft an dem vorbei, was es hier zu finden gibt.
Die Reflexionsfrage, die du mitnimmst, ist ganz einfach:
Was findest du, wenn du ganz im Hier und Jetzt bist?
Immer wenn du merkst, dass die innere Unruhe dich wieder nach in die Zukunft oder Vergangeheit zieht, komm einfach zurück in den Moment jetzt. Zum Licht, zum Geräusch, zum Boden unter deinen Füßen. Lass die Gedanken ziehen wie Wolken. Denn genau da beginnt der eigentliche Detox. Nicht im Verzicht, sondern in dem Moment, in dem du wieder ganz da bist.
Das echte Leben wartet nicht im Feed, sondern in dir.
Am Dienstag geht es weiter.
Ich freue mich, dich auf deinem Weg zu begleiten.
Deine Alwina
Du musst nicht viel mitbringen. Eigentlich nur die Bereitschaft, 20 bis 30 Minuten ohne künstliche Beschallung aus dem Handy zu gehen. Willst du wissen, was der Silent Walk bewirkt und worum es geht, höre in die erste Donnerstags-Folge rein – Mach mit: Silent Walk, 20 Minuten ohne Handy, die dein Nervensystem beruhigen. Die D-Days-Bewegung trifft sich jeden Donnerstag auf diesem Weg. Gemeinsam, aber jeder auf seinem eigenen Weg.
Höre dir die erste Dienstags-Folge an (Warum funktioniert ein Handyverbot nicht wirklich), um zu verstehen worum es bei den D-Days geht. Du findest sie direkt hier im Blog oder in deiner Podcast-App unter Wow Sessions – D-Days for Detox. Oder gehe direkt zum D-Days for Detox Programm.
Und wenn du schon draußen bist: Leg das Handy weg. Es braucht nur noch einen einzigen Gedanken.
Lass uns losgehen.
Life Coach für digitale Balance und persönliche Entwicklung
Alwina Simon ist Life Coach für digitale Balance und persönliche Entwicklung. Mit D-Days for Detox begleitet sie Menschen auf dem Weg raus aus dem Algorithmus-Loop, rein in die Präsenz, zurück ins echte Leben. Jeden Dienstag und Donnerstag als Podcast auf wowsessions.de.
Website: wowsessions.de Kontakt: office@wowsessions.de
Der 7-Tage Social Media Detox und die Inhalte der WOW Sessions ersetzen keine Therapie oder psychologische Beratung. Manche Themen oder persönliche Entwicklungsprozesse können tiefe Emotionen berühren. Bei starken emotionalen Belastungen, Suchtverhalten oder psychischen Erkrankungen suche bitte professionelle Hilfe auf. Die Inhalte hier sind ein Einstieg in Selbstreflexion und persönliches Wachstum, aber kein medizinisches oder therapeutisches Programm.
Du willst tiefer gehen?
Wer sich selbst besser kennen möchte – nicht nur kognitiv, sondern wirklich – dem empfehle ich zwei Wege:
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Weil echter Selbstkontakt erst entsteht, wenn der digitale Lärm verstummt.
📖 G.DANKE erzählt die Geschichte meiner persönlichen Entwicklungsreise.
Vom ersten Synchronizitäts-Erlebnis bis zu den Antworten, die ich fand.
Vielleicht findest du darin auch Antworten für deine eigene Reise.
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